Ein Jahr Corona-Impfungen – KVWL fordert staatliches Impfregister

Ein Senior wird von einem Arzt in Schutzkleidung geimpft
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Dortmund, 17.12.2021. 356 Tage nachdem in Nordrhein-Westfalen der erste Corona-Impfstoff eingetroffen ist, haben das Gesundheitsministerium NRW, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) gemeinsam Bilanz gezogen.

Konsens aller Beteiligten: Dank des herausragenden Engagements der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie ihrer MFAs ist das Gesundheitssystem in Nordrhein-Westfalen während der Corona-Pandemie nicht zusammengebrochen. Allein in Westfalen-Lippe haben sich bislang mehr als 5000 Praxen an der Impf-Kampagne beteiligt. Ihre Bilanz bis dato: mehr als 7,5 Millionen Corona-Impfungen!

Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL: „Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie stark und belastbar unser System der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und ihrer Praxisteams ist. Ohne sie hätten wir in der Pandemie keine Chance. Die Leistung der ambulanten Versorgung hat dazu geführt, dass die Krankenhäuser nicht absaufen. Im Gegenteil: Wir konnten sogar noch Patientinnen und Patienten aus anderen Ländern aufnehmen. Das macht mich sehr stolz!“

Lob gab es auch von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte seien in den vergangenen Wochen über sich hinausgewachsen. „Dank des Impftempos sind wir heute in einer traumhaften Situation!“

Derweil schickte Dr. Dirk Spelmeyer auch mahnende Worte in Richtung Politik. Neben der Forderung nach einem staatlichen Impfregister blickt der KVWL-Vorstandschef kritisch auf die Impfstoffbeschaffung. „Nicht die Impfgeschwindigkeit ist das Problem, sondern die politischen Rah-menbedingungen! Die Politik sollte sich ein Beispiel an den impfenden Ärztinnen und Ärzte nehmen und bei der Impfstoffbeschaffung endlich aufs Gaspedal treten…“

Zudem erneuerte Spelmeyer den Wunsch der KVWL, bei der finanziellen Corona-Entschädigung die Medizinischen Fachangestellten nicht zu vergessen. „Ich hoffe sehr, Herr Laumann, dass Sie sich beim neuen Bundesgesundheitsminister Lauterbach dafür starkmachen. Man darf unsere MFA nicht vergessen, sie haben einen finanziellen Obolus mehr als verdient.“ - dm