„Ein Schlag ins Gesicht“ – KVWL fordert weiter Corona-Bonus für MFA

Menschen mit der Diagnose Long-COVID sind von COVID-19 genesen und trotzdem krank
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Dortmund, 11.01.2022. „Sind Sie eigentlich blond? Aber was soll man von einer Arzthelferin auch erwarten…“ – „Ich will sofort einen Impftermin, ansonsten knallt’s!“ – „Warum bekommen wir nicht mehr Wertschätzung? Wir haben sie doch verdient…“ – Sätze aus dem Alltag von Medizinischen Fachangestellten (MFA). Sätze, die wehtun. Sätze, die nachdenklich stimmen…

Feststeht: Ohne die MFA wären wir in der Pandemie chancenlos! Doch die Politik will das Praxispersonal beim Corona-Bonus wieder leer ausgehen lassen. Eine Prämienzahlung hatte das Bundesgesundheitsministerium in der vergangenen Woche abgelehnt. Der KVWL-Vorstand hat dies mit Überraschung und Unverständnis zur Kenntnis genommen und fordert die Bundesregierung zum raschen Kurswechsel auf.

„Die Absage ist für die Medizinischen Fachangestellten ein Schlag ins Gesicht! Hier geht es schließlich um viel mehr als ein paar hundert Euro. Noch wichtiger ist doch die Anerkennung der geleisteten Arbeit. Das Praxispersonal muss von der Politik genauso wertgeschätzt werden wie die Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen. Eine Ungleichbehandlung ergibt schlicht keinen Sinn“, sagt Dr. Volker Schrage, stellv. Vorstandsvorsitzender der KVWL.

Mehrfach hatte sich die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe in den vergangenen Wochen und Monaten für die Medizinischen Fachangestellten eingesetzt, zuletzt hatte der KVWL-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Spelmeyer Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann aufgefordert, sich in Berlin für einen Corona-Bonus für die MFA stark zu machen.

Spelmeyer verspricht jetzt: „Wir werden in dieser Sache keine Ruhe geben! Wir werden weiter solidarisch an der Seite der Medizinischen Fachangestellten stehen, für sie kämpfen. Solange, bis auch die Bundesregierung erkannt hat, wie wichtig ihre Arbeit ist.“

Die KVWL richtet erneut einen eindringlichen Appell an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, die Arbeit der MFA entsprechend zu honorieren. „Wir laden Herrn Lauterbach und seine Berater gerne in eine Praxis in Westfalen-Lippe ein, um live mitzuerleben, welch herausragende Arbeit das Personal leistet. Danach können sie dann immer noch entscheiden, ob eine Ungleichbehandlung argumentativ tatsächlich haltbar ist...“, erklärt KVWL-Vorstandsmitglied Thomas Müller. - dm