Lauterbach: Praxen können BA.4/BA.5 angepassten Impfstoff bestellen – KBV warnt vor erneutem Chaos

Seniorin bekommt Auffrischungsimpfung von einer Ärztin
© David Pereiras | Adobe Stock

Nach der Zulassung des an die Virusvarianten BA.4 und BA.5 angepassten COVID-19-Impfstoffes von BioNTech/Pfizer zum Boostern will das Bundesgesundheitsministerium in Kürze mit der Auslieferung beginnen. Arztpraxen könnten bereits bis zum 20. September erstmals diesen Impfstoff bestellen, „um schnell mit den Impfungen beginnen zu können“, teilte Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach am Dienstag in einem Schreiben mit.  

Eine bedarfsgerechte Bestellung sei gerade zu Beginn der Verfügbarkeit unerlässlich, um möglichst flächendeckend den Bedarf bedienen zu können, heißt es darin (Schreiben des BMG). Dennoch sei es möglich, dass in diesen Tagen Bestellungen erst durch mehrere Teillieferungen vollumfänglich erfüllt werden könnten. „Dies ist unvermeidlich und dafür bitte ich erneut um Ihr Verständnis“, so Lauterbach.

Man wolle versuchen, einen Teil der bestellten Impfstoffe bereits Ende nächster Woche auszuliefern – also vor dem eigentlichen Liefertermin am 26. oder 27. September, teilte das BMG der KBV mit. Ärzte sollten daher davon ausgehen, ihre Bestellung in mehreren Lieferungen zu erhalten.

Für die Bestellungen am 20. September stehen nach Angaben des BMG mindestens zwei Millionen Dosen zur Verfügung. Da derzeit weder die Anzahl der teilnehmenden Arztpraxen noch die der angeforderten Impfdosen bekannt seien, könne es gegebenenfalls zu Kürzungen der Bestellungen kommen.

KBV: Praxen brauchen verlässliche Informationen

Bei der KBV stößt dieses Vorgehen auf Kritik. „Aus Fehlern sollte man eigentlich lernen. Mit einer tröpfchenweisen Verteilung der Impfstoffe können die Arztpraxen wenig anfangen. Sie brauchen verlässliche Informationen darüber, an welchem Tag sie wie viele Impfstoffe erhalten. Nur dann können sie ihre Patienten rechtzeitig einbestellen und zügig impfen“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen. Lesen Sie die ganze Meldung auf www.kbv.de

Hinweise zur Impfstoffbestellung für die Woche vom 26. September bis 2. Oktober

Vertragsarztpraxen können einmal pro Woche – jeweils bis spätestens Dienstag, 12 Uhr – Impfstoff für die nächste Woche bestellen.

Neu: Mit der nächsten Bestellung bis 20. September können Arztpraxen erstmals den an die aktuell vorherrschenden Virusvarianten BA.4 und BA.5 angepassten Impfstoff von BioNTech/Pfizer bestellen. Er ist für Auffrischimpfungen für Personen ab 12 Jahren zugelassen.

Impfstoffe und Bestellmenge

Die Bereitstellung der Impfstoffe erfolgt ausschließlich durch den Bund. Dieser übernimmt auch die Verteilung der Impfstoffe, d.h. er legt fest, wie viele Dosen an die Arztpraxen, an die Impfzentren, an die Betriebsärzte, an die Apotheken und an andere Impfstellen gehen. Die KBV und die KVen haben darauf leider keinen Einfluss.

  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty Orig./BA.4-5: Höchstbestellmenge 240 Dosen je Arzt/Ärztin
  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty Orig./BA.1: Höchstbestellmenge 240 Dosen je Arzt/Ärztin
  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty: Höchstbestellmenge 240 Dosen je Arzt/Ärztin
  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty für 5- bis 11-Jährige: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Spikevax Orig./BA.1: Höchstbestellmenge 240 Dosen je Arzt/Ärztin
  • COVID-19-Impfstoff Spikevax: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Nuvaxovid: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Janssen: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Valneva: keine Höchstbestellmenge

Angabe auf dem Rezept: Wenn Sie Impfstoff für Auffrischimpfungen bestellen, schreiben Sie auf das Rezept zum Beispiel: „60 Dosen Comirnaty Orig./BA.4-5 plus Impfzubehör“. Die Ärzte sollten weiterhin nur die Menge an Impfstoff bestellen, die sie in der jeweils nächsten Woche auch verimpfen können.

Auslieferung des BA.4/BA.5-Impfstoffes

Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) soll die Auslieferung des an BA.4 und BA.5. angepassten Impfstoffes spätestens ab 26. September beginnen. Erste Teillieferungen könnten bereits früher, d.h. ab Ende der 38. Kalenderwoche (19. bis 25. September) erfolgen.