Neue Testverordnung und neue Nationale Teststrategie: Was Praxisteams jetzt wissen müssen

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Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Corona-Testverordnung (TestV) erneut geändert. Der in den vergangenen Wochen durch die ebenfalls aktualisierte nationale Teststrategie infrage gestellte Anspruch auf einen PCR-Bestätigungstest nach positivem Antigen-Schnelltest bleibt unverändert bestehen. Eine Priorisierung von PCR-Tests sieht die TestV nicht vor, jedoch ist die Nationale Teststrategie zu beachten. Die TestV tritt am 31.03.2022 außer Kraft. Ob eine Verlängerung erfolgt, bleibt abzuwarten.

Was bleibt, was ist neu?

  • Bei Patienten mit COVID-19-Symptomen erfolgt die Feststellung einer Infektion weiterhin durch einen PCR-Test. Abgerechnet wird wie bisher nach dem EBM. Die Beauftragung des Labors erfolgt über das Muster 10C.

  • Nach einem positiven PoC-Test oder PoC-Selbsttest besteht weiterhin Anspruch auf einen PCR-Bestätigungstest nach der TestV.

  • Der Anspruch auf einen PCR-Test zur Bestimmung der Virus-Variante entfällt.

  • Wer eine rote Meldung der Corona-Warn-App (CWA) erhalten hat, hat keinen Anspruch mehr auf einen PCR-Test. Der Anspruch auf einen Bürgertest mittels PoC-Test bleibt jedoch bestehen.

  • In Bezug auf Kontaktpersonen und infizierte Personen sind weitere Einrichtungen und Unternehmen feststellungsberechtigt, z. B. Schulen.

  • Die Vergütung für PoC-NAT-Tests wurde nicht angehoben. Abrechnungsfähig ist somit der Abstrich (SNR 97120 Wertigkeit 8,00 Euro) sowie die PoC-NAT-Diagnostik (SNR 97136 Wertigkeit 30,00 Euro).

  • Für die Ausstellung des Genesenenzertifikats ist nach wie vor ein positiver PCR- oder PoC-NAT-Test Voraussetzung. Der Nachweis mittels positivem PoC-Schnelltest reicht für die Ausstellung des Genesenenzertifikats nicht aus.

  • Die erstattungsfähige Sachkostenpauschale für selbst beschaffte PoC-Tests beträgt seit dem 1. Februar wieder 3,50 Euro.

  • Sofern Sie asymptomatische Testungen (Bürgertestungen, Kontaktpersonentestungen,…) durchführen, ist es erforderlich, dass Sie am Meldeverfahren des Landes teilnehmen und die jeweils getestete Person (mit Ausnahme des eigenes Praxispersonals) die Durchführung des Tests schriftlich oder elektronisch nach der Testdurchführung bestätigt.

Nationale Teststrategie

Das BMG verweist auf die ebenfalls aktualisierte Nationale Teststrategie als fachliche Orientierungshilfe zum Einsatz von Testkapazitäten im Rahmen der COVID-19 Pandemie. Die nationale Teststrategie setzt dabei von Anfang an auf eine Priorisierung bestimmter Indikationen und versteht sich als Leitfaden für die konkrete ärztliche Entscheidung ohne diese vorwegnehmen zu wollen. Nach der nationalen Teststrategie wird eine PCR-Testung in folgenden Situationen als vorrangig erachtet:

  • Klärung medizinisch-diagnostischer Fragen im ärztlichen Kontext (Personen mit dem Risiko schwerer Verläufe)
  • Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit medizinischer Einrichtungen (z. B. Arztpraxen, Krankenhaus, Pflege, Rettungsdienste)
  • Schutz vulnerabler Bereiche (z. B. Pflege, Eingliederungshilfe)

Außerdem formuliert das BMG unter anderem folgende Grundsätze:

  • Einer PCR-Bestätigung sollte in der Regel erst ein korrekt durchgeführter, qualitativ hochwertiger SARS-CoV2-Antigen-Test vorausgegangen sein.
  • Eine PCR-Bestätigung eines korrekt durchgeführten und bewerteten positiven SARS-CoV-2-Antigen-Tests ist insbesondere bei hohen Inzidenzen aktuell in der Regel nicht notwendig und sollte aufgrund klinischer Kriterien abgewogen werden.
  • Zur vorzeitigen Beendigung einer Isolierung / Absonderung ist ein negatives Ergebnis durch einen zertifizierten SARS-CoV-2-Antigen-Test ausreichend. Hinweis: Auch für Beschäftigte in Arztpraxen reicht ein PoC-Antigentest zum vorzeitigen „Freitesten“ aus der Isolierung/Quarantäne nach sieben Tagen seit dem Auftreten der ersten Symptome aus. Voraussetzung ist Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.