Praxen erhalten für diese Woche deutlich weniger Impfstoffe – Bestellregelung vom 19. bis 25.September 2022

Impfstoffentnahme
© Swapan | Adobe Stock

Der neue an die Omikron-Variante BA.1 angepasste COVID-19-Impfstoff wird nicht in dem vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) zugesagten Umfang ausgeliefert. Arztpraxen erhalten jetzt deutlich weniger Impfstoffdosen, als sie für diese Woche bestellt haben. 

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), übt daran deutlich Kritik: „Die Praxen hatten sich auf die Aussage des Bundesgesundheitsministers Prof. Lauterbach in seinem Schreiben vom 29. August verlassen, dass es von Beginn an genügend Dosen des neuen BA.1-Impfstoffes von BioNTech/Pfizer geben wird. Dieser Eindruck wurde auch uns durch das Bundesgesundheitsministerium vermittelt, verbunden mit der Aussage, dass die Ärztinnen und Ärzte bereits für die kommende Woche bis zu 240 Dosen des neuen Vakzins bestellten können." Ausgeliefert davon werde aber offenbar nur ein Teil der vom Minister genannten Menge.

Eine offizielle und aktive Information aus dem BMG hatte die KBV zunächst nicht erhalten. Erst auf ihr Drängen hin rückte das BMG am vergangenen Freitag mit Informationen raus, die darauf hindeuten, dass deutlich weniger ausgeliefert wird als vorher angekündigt. „Das ist eine chaotische Informationspolitik des Ministeriums“, schimpfte KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister.

Laut BMG sollen für die Woche ab 19. September ausreichend an BA.1 angepasste bivalente Impfstoffe bereitstehen. Es bleibe dabei, dass Arztpraxen von BioNTech/Pfizer und Moderna jeweils bis zu 240 Dosen je Arzt bestellen könnten, hieß es. Die nächste Impfstoffbestellung ist bis Dienstag (13. September, 12 Uhr) möglich.

Aufgrund der aktuellen Erfahrungen sollten sich Ärzte darauf allerdings nicht verlassen und vorsorglich weniger Patienten zur Auffrischimpfung einbestellen. Ansonsten könnte es passieren, dass sie erneut Impftermine absagen müssen, rät die KBV. Die an die Omikron-Variante BA.1 angepassten COVID-19-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna für Auffrischimpfungen sind seit 1. September in der EU zugelassen. Deutschland sollte bereits diese Woche fünf Millionen Dosen von BioNTech/Pfizer und 1,65 Millionen Dosen von Moderna erhalten. Dies hatte Lauterbach in seinem Schreiben von Ende August mitgeteilt.

Update, Dienstag (13. September), 8.15 Uhr: 

Inzwischen hat das BMG Nachlieferungen angekündigt. Details dazu finden Sie hier

Hinweise zur aktuellen Impfstoffbestellung (19. bis 25. September)

Vertragsarztpraxen können einmal pro Woche – jeweils bis spätestens Dienstag, 12 Uhr – Impfstoff für die nächste Woche bestellen.

Neu: Arztpraxen können die an die BA.1-Variante angepassten Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna seit 5. September für Auffrischimpfungen bei Personen ab 12 Jahren bestellen. Außerdem steht zusätzlich der Impfstoff von Valneva bereit.

Impfstoffe und Bestellmenge

Die Bereitstellung der Impfstoffe erfolgt ausschließlich durch den Bund. Dieser übernimmt auch die Verteilung der Impfstoffe, d.h. er legt fest, wie viele Dosen an die Arztpraxen, an die Impfzentren, an die Betriebsärzte, an die Apotheken und an andere Impfstellen gehen. Die KBV und die KVen haben darauf leider keinen Einfluss.

  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty Orig./BA.1: Höchstbestellmenge 240 Dosen je Arzt/Ärztin
  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty: Höchstbestellmenge 240 Dosen je Arzt/Ärztin
  • COVID-19-Impfstoff Comirnaty für 5- bis 11-Jährige: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Spikevax Orig./BA.1: 240 Dosen je Arzt/Ärztin
  • COVID-19-Impfstoff Spikevax: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Nuvaxovid: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Janssen: keine Höchstbestellmenge
  • COVID-19-Impfstoff Valneva: keine Höchstbestellmenge

Hinweis zur Bestellung von BioNTech/Pfizer und Moderna: Wenn Sie Impfstoff für Auffrischimpfungen bestellen, schreiben Sie auf das Rezept (Formular 16): „XX Dosen Comirnaty Orig./BA.1 plus Impfzubehör“ bzw. „XX Dosen Moderna Orig./BA.1 plus Impfzubehör“.