STIKO empfiehlt COVID-19-Auffrischungsimpfung für Personen über 70 Jahre sowie Auffrischung für Johnson&Johnson

Seniorin wird geimpft
© Miriam Doerr I Martin Frommherz I AdobeStock

Menschen ab 70 Jahren sowie medizinisches Personal sollten eine COVID-19-Auffrischimpfung erhalten. Dafür hat sich die Ständige Impfkommission (STIKO) ausgesprochen und einen entsprechenden Beschlussentwurf in das Stellungnahmeverfahren gegeben. Außerdem sollen Personen, die mit der COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson&Johnson) geimpft wurden, eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis erhalten.

Im höheren Alter fällt die Immunantwort nach der Impfung insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche können häufiger auch zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. Daher soll nach STIKO-Ansicht folgenden Personen eine Auffrischimpfung angeboten werden:

► Personen im Alter von ≥ 70 Jahren,

► Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen. Aufgrund des erhöhten Ausbruchspotenzials sind hier auch Bewohner im Alter von < 70 Jahren eingeschlossen,

► Pflegepersonal und andere Tätige mit direktem Kontakt mit den zu Pflegenden in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen der Pflege für alte Menschen oder für andere Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Krankheitsverläufe,

► Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt.

Die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff soll frühestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen, unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde. Bei mRNA-Impfstoffen soll möglichst der bei der Grundimmunisierung verwendete Impfstoff zur Anwendung kommen.

Die STIKO weist zudem darauf hin, dass im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen in Deutschland die meisten COVID-19-Impfdurchbruchserkrankungen bei Personen beobachtet werden, die mit der COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson&Johnson) geimpft wurden. Weiterhin wurde für den Janssen-Impfstoff im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante beobachtet. Aufgrund des ungenügenden Impfschutzes nach der bislang bei diesem Impfstoff nur einen empfohlenen Impfstoffdosis empfiehlt die STIKO, eine Grundimmunisierung mit der COVID-19 Vaccine Janssen mit einem mRNA-Impfstoff als weitere Dosis zu optimieren.

Personen, die bisher eine Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, sollen eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis ab vier Wochen nach der Janssen-Impfung erhalten.

COVID-19-Schutzimpfung: Denken Sie an die korrekte Dokumentation

Die Coronavirus-Impfverordnung sieht für Praxen die Meldung eines eingeschränkten Datensatzes zu den durchgeführten Impfungen vor. Täglich sind nur die Daten zu übermitteln, die das Robert Koch-Institut für die laufende Beobachtung des Impfgeschehens benötigt. Angaben zur Impfindikation sowie die Chargennummer werden später mit der Quartalsabrechnung erfasst und durch die KVen an das RKI übermittelt. Es gibt keine weiteren Dokumentationsvorgaben. Ärztinnen und Ärzte dokumentieren die Impfungen wie gewohnt in der Patientenakte.

Für die tägliche Meldung - auch für die Auffrischungsimpfungen - nutzen Praxen das Impf-DokuPortal der KBV. Sie tragen dort jeweils bis 23.59 Uhr ihre Daten ein. Die Meldung erfolgt auch bei Berufsausübungsgemeinschaften oder MVZ pro Einrichtung. Diese Angaben sind täglich zu erfassen:

► die Anzahl der Erstimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff,

► die Anzahl der Abschlussimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff,

► die Anzahl der Auffrischungsimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff,

► die Anzahl der über 60-Jährigen bei den Erst-, Abschluss- sowie Auffrischungsimpfungen. Da die Johnson&Johnson-Auffrischungsimpfung nach Empfehlung des RKI mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen soll, rechnen Sie diese bitte analog zu den mRNA-Auffrischungsimpfungen ab.

Melden Sie sich bitte direkt über das KVWL-Mitgliederportal zur Dokumentation an.