Wirkungsvolle Kritik von KV und Ärzten: BioNTech/Pfizer liefert mehr Impfstoff – Brief von Spahn

Pfizer Biontech Covid-19 Impfstoff
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Auf Druck der Kassenärztlichen Vereinigungen und vieler Ärztinnen und Ärzte wird die Impfstoffmenge von BioNTech/Pfizer für die kommende Woche (ab 29. November) um eine Million Dosen aufgestockt. Praxen können somit bis zu 48 statt bis zu 30  Impfstoffdosen bestellen. Das Mainzer Unternehmen BioNTech hat nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums die höhere Liefermenge zugesichert. Damit stehen in der Woche vom 29. November bis 5. Dezember statt zwei Millionen dann drei Millionen Dosen zum Verimpfen zur Verfügung. Die zusätzliche Menge soll nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) nur an die Arztpraxen und Betriebsärzte ausgeliefert werden.

Was Praxisteams für die Impfstoffbestellung am Dienstag (23. November) wissen müssen

Aufgrund der kurzfristigen Änderungen kann die Impfstoffbestellung am Dienstag, 23. November, bis 14 Uhr statt wie üblich bis 12 Uhr erfolgen: Jeder Arzt kann bis zu 48 Impfstoffdosen (8 Vials) des Hersteller BioNTech/Pfizer für die Woche vom 29. November bis 5. Dezember ordern. Das BMG weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine Höchstbestellmenge handelt. Abhängig von der Anzahl der bestellenden Ärzte müssen Praxen damit rechnen, dass sie auch weniger als 48 Dosen bekommen können. Praxen, die ihre Bestellung bereits bei der Apotheke abgegeben haben, können am 23. November bis 14 Uhr ihre Bestellungen bis zu 48 Dosen des BioNTech/Pfizer aufstocken. Für den Impfstoff von Moderna gibt es keine Bestellobergrenze.

Für die Bestellung nutzen Praxen weiterhin ein Rezept, auf dem sie die Anzahl der Dosen je Hersteller mit dem Zusatz „plus Impfzubehör“ angeben, zum Beispiel 48 Dosen Comirnaty plus Impfzubehör und 60 Dosen Spikevax plus Impfzubehör. Praxen sollen jedoch beachten, dass mögliche Kürzungen bei dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer nicht automatisch durch entsprechende Mehrlieferung des Impfstoffes von Moderna ausgeglichen werden.

Praxisinformation zu Impfungen mit Moderna

Wissenswertes zu Grundimmunisierung und Auffrischimpfungen mit dem Impfstoff Spikevax von Moderna hat die KBV in einer Praxisinformation zusammengefasst. Hierin finden sich auch wichtige Hinweise für die Patientinnen und Patienten.

Für Ihren Hintergrund: Erst am Freitagnachmittag war bekannt geworden, dass der Impfstoff von BioNTech/Pfizer nur noch in begrenzten Umfang zur Verfügung steht und stattdessen mehr Moderna verimpft werden soll. Dies hatte zu einem Proteststurm geführt. KVWL-Vorstand Thomas Müller hatte kommentiert: „Eine Limitierung der BioNTech-Kapazitäten würde dem Fortschritt der deutschen Impfkampagne jetzt massiv schaden! Herr Spahn hat den Booster-Aufruf mitgestartet, legt jetzt aber eine Vollbremsung hin, wenn die BioNTech-Bestellungen verknappt werden. Da muss man sich schon fragen, ob Herr Spahn noch Herr der Lage ist und noch eine Übersicht über seine Lagerbestände hat.“ Lesen Sie  dazu noch einmal die Pressemitteilung der KVWL

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Montagabend in einem Schreiben an die Vertragsärzteschaft auf die Kritik reagiert. Spahns Schreiben finden Sie hier.