Paxlovid® - Nirmatrelvir / Ritonavir

Das oral anwendbare antivirale Medikament Paxlovid zur Behandlung von COVID-19-Risikopatienten ist seit dem 25. Februar verfügbar und kann somit von den Vertragsärzten verordnet werden. Damit gibt es neben dem Arzneimittel Lagevrio und den monoklonalen Antikörpern ein weiteres Präparat, das schwere Krankheits- und Todesfälle bei Risikopatienten verhindern kann. Hier finden Sie die wichtigsten Infos zu Paxlovid auf einen Blick: 

Indikation

Paxlovid wird angewendet zur Behandlung einer Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID‑19) bei Erwachsenen, die keine zusätzliche Sauerstoffzufuhr benötigen und ein erhöhtes Risiko haben, einen schweren COVID-19-Verlauf zu entwickeln. Die KVWL empfiehlt zusätzlich die aktuelle Entscheidungshilfe der Fachgesellschaften, da die Zulassungsstudien zu Paxlovid bei ungeimpften Personen durchgeführt wurden.

Kriterien für die Anwendung 

Entscheidungskriterien für die Anwendung von Paxlovid sind der Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zufolge vor allem hohes Alter und das Vorliegen mehrerer Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes, Immundefizienz oder -suppression, chronische Niereninsuffizienz, Krebs sowie Herz- und Lungenerkrankungen. Die Stellungnahme wurde in Abstimmung mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) verfasst.

Paxlovid® sollte nicht mit bestimmten Medikamenten verabreicht werden. Eine Übersicht bietet die Fachgruppe der COVRIIN am Robert-Koch-Institut (Hinweise zu Arzneimittelwechselwirkungen von Paxlovid) und das Tool https://www.paxlovideducation.de/.

Außerdem sollten Patienten mit stark eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion das Präparat nicht erhalten.

Therapiebeginn

Paxlovid sollte so früh wie möglich und innerhalb der ersten fünf Tage nach Symptombeginn verabreicht werden.

Verordnung durch Haus- und Fachärzte

Die Verordnung erfolgt auf einem Muster 16 (rosafarbenem Rezept) patientenbezogen (mit Patientenname, Adresse, Geburtsdatum) zu Lasten des Bundesamtes für Soziale Sicherung (BAS) mit dem IK 103609999. Die BUND-PZN für Paxlovid lautet 17 97 70 87.

Direktabgabe durch den Hausarzt

Hausärzte haben die Möglichkeit, bis zu fünf Packungen des antiviralen Medikaments in ihrer Praxis vorrätig zu halten und an Patienten im Bedarfsfall direkt abzugeben. Der Bezug erfolgt über die Apotheke. Vertragsärzte stellen dazu eine Verordnung ohne Namensnennung auf einem Muster 16 (rosafarbenem Rezept) aus. Als Kostenträger geben sie das BAS mit dem IK 103609999 an. Nach Abgabe des Arzneimittels können in entsprechender Anzahl Nachbestellungen erfolgen.

Bitte beachten Sie, dass der Hausarzt dem Patienten bei der Direktabgabe zusätzlich ein Informationsblatt aushändigen muss. Dieses finden können Sie auf der Seite des BfArMs ausdrucken: BfArM - Arzneimittelinformationen - Gebrauchsinformation: Information für Patienten - Paxlovid 150 mg + 100 mg Filmtabletten (Stand 13.07.2022)

Für den Aufwand im Zusammenhang mit der Abgabe des Medikaments erhalten Ärztinnen und Ärzte laut BMG-Verordnung eine Vergütung von 15 Euro je abgegebene Packung. Diese Regelung gilt für Abgaben bis 7. April 2023. Praxen rechnen die Leistung mit der Pseudoziffer 88125 über ihre Kassenärztliche Vereinigung ab.

Direktabgabe in der Pflegeeinrichtung

Auch vollstationäre Pflegeeinrichtungen können Paxlovid® aus Apotheken beziehen und vorrätig halten. Die Abgabe an die Bewohner erfolgt auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung. Möglich sind dort ebenfalls maximal fünf Therapieeinheiten; bei größeren Einrichtungen mit mehr als 150 Bewohnern bis zu zehn Packungen.

Nebenwirkungsmeldung

Bei auftretenden unerwünschten Ereignissen müssen diese wie bei anderen Arzneimitteln auch umgehend an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden. Weitere Informationen, unter anderem zur digitalen Meldung von Nebenwirkungen, stellt das BfArM zur Verfügung.

Verlängerung der Haltbarkeit von Paxlovid®

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat am 29. September 2022 über die Verlängerung der Haltbarkeit von Paxlovid® informiert. Dort heißt es:

„Die Haltbarkeitsdauer von PAXLOVID Filmtabletten wurde von 1 Jahr auf 18 Monate verlängert. Packungen oder Blister mit einem aufgedruckten Verfalldatum von 11/2022 bis 05/2023 können noch 6 Monate über das aufgedruckte Datum hinaus verwendet werden, solange die erforderlichen Lagerbedingungen "Nicht über 25 °C lagern" und "Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren" eingehalten werden. Bei Packungen oder Blister mit einem aufgedruckten Verfalldatum ab 06/2023 ist die Verlängerung der Haltbarkeit bereits berücksichtigt und das aufgedruckte Verfalldatum korrekt.“

Die Verlängerung des Verfalldatum betrifft somit die in der nachstehenden Tabelle genannten, auf dem Markt befindlichen Arzneimittel:

Aufgedrucktes Verfalldatum Aktualisiertes Verfalldatum
November 2022 Mai 2023
Dezember 2022 Juni 2023
Januar 2023 Juli 2023
Februar 2023 August 2023
März 2023 September 2023
April 2023 Oktober 2023
Mai 2023 November 2023

Arzneimittel, auf denen Mai 2023 als Verfalldatum aufgedruckt ist, sind die letzten, die der rückwirkenden Verlängerung der Haltbarkeitsdauer unterliegen. Bei allen Packungen oder Blistern mit einem aufgedruckten Verfalldatum ab Juni 2023 ist die verlängerte Haltbarkeit bereits berücksichtigt.

Weitere Informationen über die Verlängerung der Haltbarkeit finden Sie auf den Seiten des BfArM oder dem Informationsbrief der Firma Pfizer.