Lagevrio® - Molnupiravir

Seit dem 3. Januar 2022 können Ärztinnen und Ärzte das oral anwendbare antivirale Medikament Molnupiravir (Lagevrio) zur Behandlung von COVID-19-Risikopatienten verordnen. Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

Indikation

Lagevrio® ist angezeigt zur Behandlung von COVID-19 bei Erwachsenen, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen und ein erhöhtes Risiko haben, einen schweren COVID-19-Verlauf zu entwickeln. Die KVWL empfiehlt zusätzlich die aktuelle Entscheidungshilfe der Fachgesellschaften, da die Zulassungsstudien zu Lagevrio bei ungeimpften Personen durchgeführt wurden.

Kriterien für die Anwendung

Entscheidungskriterien für die Anwendung von Molnupiravir, insbesondere bei derzeit begrenzter Verfügbarkeit, sind der Stellungnahmen von AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) und STAKOB (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger) zufolge vor allem hohes Alter und das Vorliegen mehrerer Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes, chronische Niereninsuffizienz, Krebs sowie Herz- und Lungenerkrankungen. Bei immunsupprimierten Patienten mit unzureichender Impfantwort wird bevorzugt die Gabe monoklonaler Antikörper empfohlen. Hinweise für die Anwendung des Medikaments hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in einem entsprechenden Informationsblatt für die Patienten zusammengestellt. Danach darf Lagevrio unter anderem nicht von Schwangeren oder gebärfähigen Frauen, die keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, eingenommen werden. Das Informationsblatt wird zusammen mit dem Medikament dem Patienten durch die Apotheke ausgehändigt.

Therapiebeginn

Lagevrio sollte so früh wie möglich und innerhalb der ersten fünf Tage nach Symptombeginn verabreicht werden.

Verordnung

Die Verordnung erfolgt auf einem Muster 16 (rosafarbenem Rezept) patientenbezogen (mit Patientenname, Adresse, Geburtsdatum) zu Lasten des Bundesamtes für Soziale Sicherung mit dem IK 103609999. Die Verordnung für Privatpatienten erfolgt identisch.

Nebenwirkungsmeldung

Bei auftretenden unerwünschten Ereignissen müssen diese wie bei anderen Arzneimitteln auch umgehend an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden. Weitere Informationen, unter anderem zur digitalen Meldung von Nebenwirkungen, stellt das BfArM zur Verfügung.