Personen mit Corona-Warn-App

Ein Handy auf dem die Corona Warn App angezeigt wird
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Die rote Warnung in der Corona-App signalisiert den Empfängern der Warnung, dass sie sich eine relevante Zeit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben. Hier stellt die neue TestV klar: Wer einen Hinweis als „Kontaktperson“ aus der Corona-Warn-App bekommt, hat automatisch einen Anspruch auf Testung. Eine weitere Bescheinigung des ÖGD oder eines Arztes ist nicht erforderlich.

Die Testung ist am Tag 5 nach dem Kontakt am sinnvolls­ten. Testungen am Tag 1—3 nach einem Kontakt sind nicht anzuraten, weil das Virus auch bei Infizierten in dieser Zeit meist nicht nachweisbar ist. Eine Quarantäne ergibt sich nach der roten Warnung nur dann, wenn diese vom Gesundheitsamt/Ordnungsamt explizit angeord­net wird. Grundsätzlich soll die rote Warnung darüber hinaus den Betroffenen zu vernünftigem Verhalten (Rückzug, intensive Selbstbeobachtung etc.) anregen.

Tests können nach der Meldung „Erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App seit dem 1. Janaur 2021 ausschließlich nach der Testverordnung (TestV) abgerechnet werden. Eine Abrechnung der EBM-Leistungen (02402A und 02403) ist nicht mehr zulässig. Das hat der Bewertungsausschuss festgelegt.

Hintergrund ist, dass die geänderte Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums vom 15. Oktober vorsieht, dass sich Personen mit einer App-Warnung auch direkt an einen Vertragsarzt zur Testung wenden können. Damit ist die Regelung im EBM nicht mehr erforderlich.

Aber: Hat die betreffende Person Symptome einer COVID-19-Erkrankung, handelt es sich um einen kurativen Fall und die Abrechnung erfolgt nach EBM. Das betrifft auch Personen, deren Corona-Warn-App den Hinweis „Erhöhtes Risiko“ anzeigt.

Generell gilt: Tests bei Personen mit Symptomatik werden nach EBM abgerechnet, Tests bei Personen ohne Symptomatik nach der TestV.

Eine Übersicht zu den einzelnen Abstrich-Entnahme-Möglichkeiten finden Sie hier.

 

Corona-Warn-App: Details der EBM-Anpassungen

Durch den Wegfall der Abrechnungsmöglichkeit von Tests über den EBM wurde zum Jahresende 2020 folgende EBM-Anpassungen vorgenommen: Der Verweis auf die Corona-Warn-App in der GOP 02402 wurde gestrichen. Außerdem wurden folgende Leistungen im EBM gestrichen:

  • GOP 32811 (Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App),
  • GOP 12221 (Zuschlag zur GOP 32811 für Fachärzte für Laboratoriumsmedizin und andere) und
  • Kostenpauschale 40101 (Zuschlag zur GOP 32811 bei Probeneinsendung für Versandmaterial, Versandgefäße usw.).